Ökologische Studien  Bilder von Moosen und Flechten
Auf dieser Homepage werden in unregelmäßigen Abständen Fotos von Flechten und Moosen veröffentlicht, bei denen es sich meist um im Rheinland (!) seltenere Arten, Neu/Wiederfunde oder erst vor kurzer Zeit beschriebene Arten handelt oder um solche, die sich im Rheinland aktuell in Ausbreitung befinden. Es sind Aufnahmen von Frisch- oder Herbarmaterial. Nützliche Information zur Makro- oder Mikrofotografie von Moosen und Flechten finden Sie auf der Homepage der Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM e.V.). Dieses Angebot enthält auch eine umfangreiche Linksammlung auf Homepages mit Bildern von Moosen und Flechten.

Die Rechte an den hier gezeigten Bildern verbleiben beim Autor. Sie dürfen jedoch unter Nennung des Autors für Unterrichtszwecke, in wissenschaftlichen oder Naturschutz-relevanten Publikationen verwendet werden. Belegexemplar erbeten. 

Durch Klicken auf das Bild wird eine höher aufgelöste, ca. 1 MB große Version geladen (Originalversion meist erheblich größer).

On this web page, the author publishes images of rare, endangered, spreading (mainly in the Federal State North Rhine-Westphalia, Germany), recently discovered, or recently described lichens and bryophytes. The images shown will be changed from time to time. 
For "technicalities" concerning micro and macrofotography of lichens and bryophytes you may want to visit the web site of the Bryological and Lichenological Workgroup for Central Europe (BLAM e.V., German text). On this website you may also find a collection of links onto homepages with images of lichens and bryophytes. 

All images are copyrighted to the author. They may, however, be used for free in publications dedicated to nature conservation, science or education (voucher copy desired). Image plates of many other species are available on request.

Click on an image to download a larger copy (up to 1 MB, still smaller than original image).

Anacolia laevisphaera
Anisomeridium nyssaegenum
Arthonia cinnabarina
Bacidia adastra
Bacidia neosquamulosa
Clypeococcum hypocenomycis 
Fissidens rivularis
Hyperphyscia adglutinata 
Hypocenomyce scalaris
Orthotrichum pulchellum
Phascum curvicolle
Pottia davalliana / Microbryum davallianum
Pterygoneurum papillosum
Scopelophila cataractae
Schismatomma decolorans
Ähnliche Zusammenstellungen sind auf Anfrage auch für viele andere Moos- und Flechtenarten erhältlich. 

Bestimmungshilfen:
Unterscheidung von Punctelia borreri und subrudecta mittels MCT
Neu: Candelaria concolor und pacifica unterscheiden (externer Link)

Pterygoneurum papillosum Oesau

Das links dargestellte Moos ist das erst 2003 durch Dr. Albert Oesau für Deutschland neu entdeckte Pterygoneurum papillosum Oesau. OESAU, A. Journal of Bryology, 25, 247-252 (2003).
Abstract: Pterygoneurum papillosum is described as a new species from southwestern Germany. It is widespread in vineyards on calcareous, waterlogged, marly soils and is characterized by papillose cells dorsally, the papillae usually being bifurcated. The costal lamellae are narrow, divided into 2-4 segments and not reaching the leaf base. In addition, a key to the European species of Pterygoneurum is given.
Aufnahmen von Belegen, die in der Nähe von Wolfsheim (Rheinhessen, PR/D) gesammelt wurden. Die auf Löß wachsenden Pflänzchen sind nur ca. 2-3mm hoch. Sie ähneln "zu klein geratenen" Tortula-Pflänzchen, haben aber die für Pterygoneurum typischen, sehr  kleinen Rippenlamellen und (in der Mehrzahl) gegabelte Papillen auf dem Blattrücken, namentlich auf den Zellen im oberen Drittel des Blattes. Die Art kann aufgrund ihrer Kleinheit leicht übersehen werden. Häufig trifft man sie gemeinsam mit Pterygoneurum ovatum und anderen sehr kleinen Moosen an. 
Schismatomma decolorans, nahe Haus Bürgel, NRW

Schismatomma decolorans ist, auch bei näherem Hinsehen, keine "schöne" Flechte, aber in Nordrhein-Westfalen bisher offenbar nie gefunden oder über einen Fund berichtet worden. Anfang März 2010 fand der Autor an einer Pappel im Rheintal zwischen Monheim und Düsseldorf unweit der Biologischen Station Haus Bürgel einige Lager an einer alten Pappel (soc. Trentepohlia spp., Opegrapha sp. u.a.). Das links abgebildete Lager wurde am Standort fotografiert.
In Niedersachsen und Schleswig-Holstein findet man S. decolorans zumeist an alten Eichen (RL 3), in Südwestdeutschland an verschiedenen, aber fast immer alten Laubbäumen an Waldrändern und (weniger häufig) im Waldesinneren. Die als "Wärme liebend" eingestufte, vom Autor zuerst nahe Rom gefundene Krustenflechte ist auch im Osten der Niederlande nicht selten an Alleebäumen zu beobachten. Insofern war es eine Frage der Zeit, wann
S. decolorans zum ersten Mal im Rheinland gefunden würde. Schließlich sind zumeist atlantisch verbreitete, "Wärme liebende" Flechten im Rheinland, insbesondere im Süden von Düsseldorf inzwischen zahlreich nachgewiesen worden. Siehe hierzu auch:
Stapper, N. J.; Franzen-Reuter, I.; Frahm, J.-P., 2011: Epiphytische Flechten als Wirkungsindikatoren für Klimaveränderungen im Raum Düsseldorf. - Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 4/2011, 173-178. - Abstract dt./engl. oder Heft mit vollständigem Artikel hier bestellen.
Es ist von weiteren Vorkommen dieser Art entlang der Rheinschiene auszugehen.

Phascum curvicolle Hedw. (synon. Microbryum curvicolle [Hedw.] RH Zander)

Phascum curvicolle Hedw. (synon. Microbryum curvicolle [Hedw.] RH Zander) ist ein sehr kleines "thermophiles" Moos. Das links gezeigte Material wurde in einem Seitentälchen des Rheins am Haus Humboldstein bei Rolandseck (Rheinland-Pfalz Krs. Ahrweiler, TK 5309/3, 7,20188° E, 50,63402° N bezogen auf WGS84, 110 m NN) auf einer gemeinsamen Exkursion mit JP Frahm gefunden. Näheres zu der Art und diesem Fundort kann in Notulae Bryologicae Rhenanae 1 (2006) nachgelesen werden. Die NBR sind eine Serie mit kleineren Publikationen zur Moosflora des Rheinlandes in pdf-Format, herausgegeben vom Botanischen Arbeitskreis Bonn. Zuletzt war Ph. curvicolle in der Bonner Gegend von Brasch, Thyssen und Andres in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefunden worden. 
Orthotrichum pulchellum Brunton
Das Laubmoos Orthotrichum pulchellum Brunton ist laut Düll (1996: Punktkartenflora der Moose (Bryophyta) Nordrhein-Westfalens. - IDH-Verlag Bad Münstereifel) einzig aus Ostwestfalen bei Bad Driburg bekannt, wo es von Beckhaus 1861 gesammelt wurde.  In der Roten Liste der gefährdeten Moose in NRW (2. Fassung, Recklinghausen 1999) stufen Carsten Schmidt und Jochen Heinrichs das Moos mit "1" (Westfalen; vom Aussterben bedroht) bzw. mit "0" ein (Weserbergland; ausgestorben/verschollen). 2001 wurde O. pulchellum im Zuge der immissionsbezogenen Epiphytenkartierung von NRW im Weserbergland von Isabelle Franzen-Reuter zum ersten Mal wieder nachgewiesen. Laut Frahm (2002: Bryologischer Rundbrief 52, auf Anfrage erhältlich) breitet sich die ozeanische  Art derzeit aus, wobei die Gründe für die Ausbreitung im Binnenland noch unklar sind. Im Neandertal, Kreis Mettmann (NRW) wurde Orthotrichum pulchellum im April 2005 an insgesamt acht Bäumen nachgewiesen, sechsmal an Hasel und je einmal an Esche und Weide. Alle Fundstellen liegen im engen, bewaldeten Tal auf ca. 100m üNN. Alle Polster wurden vom Autor auf schrägen Zweigen gefunden, also nie am Stamm. Begleitmoose: u.a. Brachythecium sp., Dicranoweisia cirrata, Frullania dilatata, Hypnum sp., Orthotrichum affine, O. striatum, Radula complanata.
Durch Klicken auf das Bild öffnet sich eine verkleinerte Version der Bildtafel O. pulchellum aus Frahm, Stapper & Franzen-Reuter. 2007.
Hypocenomyce scalaris (Ach. ex Lilj.) Choisy

Hypocenomyce scalaris (Ach. ex Lilj.) Choisy ist keinesfalls selten, wenngleich auch nicht eine der häufigsten Arten in NRW. Diese trocken olivgraue bis bräunliche Krustenflechte mit einem Lager aus dachziegelartig angeordneten Schuppen findet man am Stamm von Bäumen mit saurer Borke, u.a. Eiche, Fichte, Kiefer oder Lärche. Sie gehörte zu den ersten Arten, die bald nach dem Rückgang der SO2-Belastung in NRW die Bäume im Ruhrgebiet wieder eroberten. Mit Fruchtkörpern (links und Mitte; dunkelblau = nass, hellblau = trocken), wie auf den nebenstehenden Bildern, sieht man H. scalaris allerdings selten (Fundort: Rhön) - der eigentliche Grund, sie hier zu zeigen. Die Bilder rechts außen zeigen die Flechte nach Befall mit dem lichenicolen Pilz Clypeococcum hypocenomycis Hawksw. (Fundort: Gladenbacher Bergland). Das Lager ist zunächst bräunlich und später schwarz verfärbt. Die sehr kleinen Fruchtkörper des Pilzes (rechts unten) enthalten Schläuche mit jeweils acht braunen, einfach septierten Sporen (Mitte unten). Zahlreiche Bilder lichenicoler Pilze finden Sie auf der Homepage "Lichens of Belgium, Luxembourg and northern France" von Paul Diederich, Damien Ertz, Emmanuël Sérusiaux und der Société des Naturalistes Luxembourgeois. 
Scopelophila cataractae (Mitt.) Broth.

Eine Flechtenexkursion der BLWG führte im Dezember 2004 nach Budel im Süden der Niederlande auf das Gelände der ehemals sehr großen Zinkfabrik. Der Erdboden war stellenweise großflächig von Scopelophila cataractae (Mitt.) Broth. bedeckt. Die charakteristischen Merkmale der Art sind auf der nebenstehenden Bildtafel dargestellt (durch Klicken darauf wird eine 1 MB große Version geladen). 

Die Pflanzen aus Budel weichen morphologisch zwar geringfügig von jenen ab, die z.B. auf einer mit Cadmium belasteten Fläche nahe Freiburg gefunden wurden, doch Blattform, Größe der Laminazellen, Fehlen von Papillen, Länge der Blattrippe, Haare in den Blattachseln sowie die Blatt- und Stämmchenquerschnitte weisen das Material eindeutig als S. cataractae aus. In Deutschland ist dieses Moos an bisher vier Standorten nachgewiesen worden (JP Frahm: Bryologischer Rundbrief 84/2004). 

Bacidia neosquamulosa Aptroot & van Herk

Bacidia neosquamulosa Aptroot & van Herk wurde erst vor wenigen Jahren beschrieben (Lichenologist 31: 121-127, 1999) und hat sich in den Niederlanden inzwischen stark ausgebreitet. Sie besiedelt + stark eutrophierte Borke freistehender Bäume entlang der Straße, aber auch Waldbäume, sogar Asbestbeton. Die nebenstehenden Bilder wurden von Material aus Drenthe und Gelderland (NL) angefertigt. Zu Farbe und Form der Apothecien siehe Van Herk & Aptroot: Veldgids Korstmossen.- KNNV Uitgervereij, Utrecht, NL
Auch in Nordrhein-Westfalen ist B. neosquamulosa heimisch geworden, allerdings sind alle Funde bisher steril. Die östlichsten Fundpunkte des Autors sind Waldbäume (Bergahorn, Buche und Esche) im südlichen Eggegebirge. Typisch für die Art ist das graugrüne körnige, nicht-sorediöse Lager mit seinen zuweilen an kleine Hände erinnernden Schüppchen (rote Pfeile). (Stand: 2010)
Hyperhphyscia adglutinata (Flörke) Mayrhofer & Poelt

Die Zusammenstellung links zeigt Hyperphyscia adglutinata (Flörke) Mayrhofer & Poelt auf einer freistehenden Weide in Monheim-am-Rhein (Nordrhein-Westfalen). Der darüberliegende Ast von Hypnum cupressiforme (Schlafmoos) verdeutlicht, wie klein diese Flechte ist! Zum ersten Mal wurde H. adglutinata 2003 im Archaeologischen Park Xanten wiedergefunden (Kricke & Stapper in Fuchs et al. 2003), daraufhin 2003 in Düsseldorf auf 7 von 1015 untersuchten Bäumen, und 2004 in Gütersloh auf 7 von 255 untersuchten Bäumen. Alle bisherigen Fundorte sind geprägt durch eine mäßige bis starke Lufteutrophierung.  Das hier gezeigte Material ist ziemlich dunkel. Häufiger trifft man auf hellere Exemplare (kleines Bild oben rechts). Das Lager liegt unablösbar dem Substrat an (Name!), Oberrinde paraplektenchymatisch, Unterrinde prosoplektenchymatisch (siehe Mikrofotos rechts), bisher alle Funde steril.
Nachtrag: Die Flechte hat sich offenbar stark ausgebreitet. Bei einer Begehung des Düsseldorfer Nordparkes anläßlich des Tages der Artenvielfalt wurde H. adglutinata an mindestens 15 Bäumen nachgewiesen, häufig mit hohem Deckungsgrad. Inzwischen zahlreiche Funde entlang der Rheinschiene von Duisburh bis Köln. Die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) kürte die kleine Flechte im Dezember 2006 zur Pflanze des Monats. H. adglutinata ist die Baumflechte mit dem stärksten Zuwachs ihrer Population in Düsseldorf (Stand Dezember 2009). 
Fissidens rivularis (Spruce) B.S.G.

Die Gattung Fissidens umfasst weltweit rund 900 Arten, von denen in Deutschland aber nur rund 20 vorkommen. Nebenstehend wird Fissidens rivularis (Spruce) B.S.G. vorgestellt. Dieses Moos wurde kürzlich anläßlich von Kartierungsarbeiten an mehreren Stellen auf Blocksteinen am Ufer der Düssel im Kreis Mettmann (NRW, D) gefunden.

Für weitere Informationen zu diesem Moos siehe Frahm JP, Stapper N, 2004: Zum Vorkommen von Fissidens rivularis (Spruce) B.S.G. im Düsseltal. - Bryologische Rundbriefe Nr. 82, 1-3 (erhältlich auf Anfrage beim Autor).

Bacidia adastra Sparrius & Aptroot

Bei der links vorgestellten Krustenflechte handelt es sich um Bacidia adastra Sparrius & Aptroot, die erst 2003 neu beschrieben wurde (Lichenologist 35, 275-278 (2003)). Sie ist in Holland, England, Deutschland und Belgien weit verbreitet und wächst auf nährstoffangereicherter saurer oder neutraler Borke. 

Das nebenstehende Bild zeigt B. adastra mit Apopthecien (ca. 0.5mm) an einer Weide auf dem Gelände der Essener Zeche Zollverein (MTB 4508/1; hb. Stapper). Der sorediöse bis zu 1mm dicke Thallus kann sehr große Flächen bedecken. Fruchtkörper werden selten ausgebildet. 

Arthonia cinnabarina

Arthonia cinnabarina (DC.) Wallr. lebt laut WIRTH (1995) "vor allem in milden Tallagen in Laubmischwäldern bevorzugt auf basenreicher Rinde, v.a. Eschen, selten andere Laubbäume, in vielen Gebieten zurückgehend." 
In NRW war A. cinnabarina das letzte Mal 1873 nachgewiesen worden und gilt seitdem als verschollen - alles Suchen blieb bisher erfolglos. Das hier gezeigte Bild wurde von Material angefertigt, das vom Autor im Rahmen von Kartierungsarbeiten (ForestBIOTA) im Bienwald im Süden von Rheinland-Pfalz gefunden wurde. Es handelt sich möglicherweise um den ersten aktuellen Nachweis der Art in diesem Bundesland, und es wurden gleich mehrere Lager an Hainbuchen gefunden (Beleg im Pfalz-Museum für Naturkunde [POLL], Bad Dürkheim). Diese Art könnte man mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung einiger klimawandelbegünstigter Flechten sicher auch bald an vergleichbaren Standorten in NRW finden.
Anisomeridium nyssaegenum (Ellis & Everh.) R.C. Harris.

Zu den Flechtenarten, die im vergangenen Jahr in den Auenwäldern zwischen Köln und Düsseldorf die Borke von z. B. Holunder (Sambucus nigra) und Pappel (Populus sp.) buchstäblich erobert haben, gehört die Krustenflechte Anisomeridium nyssaegenum (Ellis & Everh.) R.C. Harris. Bisher wurden hier nur sterile Lager gefunden. 
Der Thallus ist unauffällig, zuweilen großflächig weißlich grau. Auffallend sind die schwarzen, kegelförmigen Pyknidien (ca. 150 Mikrometer hoch), an deren Spitze unten dunkelwandige Hyphen eine "Kanüle" bilden, durch die zu einem mehr oder weniger langen Faden verklebte Pyknosporen (Makrokonidien, ca. 2x4 Mikrometer groß) abgesondert werden. Das nebenstehende Bild zeigt die Flechte auf Holunder (Monheim, TK4807/4, NRW, D; hb. Stapper). 
Die alte Bezeichnung Thelidium juistense Erichsen erinnert an die ältesten mitteleuropäischen Funde dieser Art auf der Nordseeinsel Juist in den 1930er Jahren. Laut Heibel (1999) wurde sie in Nordrhein-Westfalen erstmals 1998 in der Eifel entdeckt.
Anacolia laevisphaera (Tayl.) Flow.

Anacolia laevisphaera (Tayl.) Flow. gilt als "new to Europe" - was im Grunde nur für den Namen zutrifft, war das Laubmoos doch bislang unter der Bezeichnung Bartramia stricta Brid. bekannt - wobei "bekannt" sicherlich übertrieben ist. Die Verwechslung wurde erst kürzlich aufgrund molekularsystematischer Arbeiten von Quandt und Kollegen aufgedeckt. In Deutschland gibt es nur wenige Standorte, unter anderem an der Pommerer Mart im Moseltal (MTB 5809B; Rheinland-Pfalz/D). Dort wächst A. laevisphaera gemeinsam mit Reboulia hemisphaerica u.a. in einem Felsspalt. Die hier gezeigten Bilder wurden 2001 auf einer Moosexkursion der BLAM in das Moseltal aufgenommen. Einen Bericht über die Exkursion finden Sie im Bryologischen Rundbrief Nr. 50 (2001; erhältlich auf Anfrage). Eine Beschreibung des Mooses finden Sie hier.
Pottia davalliana (Sm.)CEO Jensen syn. Microbryum davallianum (Sm.) RH Zander

Pottia davalliana (Sm.) CEO Jensen (syn. Microbryum davallianum (SM.) RH Zander), auch Davalls Pottmoos genannt, ist ein "wärmeliebendes" Moos, das submediteran verbreitet und in Mitteleuropa auf tiefgelegene Kalkgebiete beschränkt ist, dort aber auch eher selten vorkommt bzw. gefunden wird. Das Moos bildet braungrüne oder rötlich braune Rasen. Die Stämmchen sind bis drei Millimeter hoch, die Blätter feucht aufrecht abstehend, trocken schwach verbogen. Der Rand der lanzettlichen, lang zugespitzten  Blättchen ist umgeschlagen, die Laminazellen im oberen Teil des Blattes rundlich oder kurz rechteckig mit etwas verdickten Wänden. Die Kapseln sind aufrecht, kurz eiförming und nach ihrer Entleerung sehr weitlumig. Kein Peristom. Die Kalyptra ist papillös (sie unteres Bild der Tafel), der Kapseldeckel konisch. Unterhalb der Kapselmündung (dies erkennt man auch schon vor der Reife der Kapseln, siehe Bildtafel) eine oder zwei Reihen kleiner Zellen mit verdickten Wänden. Die 22 bis 42mm großen Sporen sind "igelstachelig", also dicht mit langen Stacheln besetzt. Sporenreife Herbst und Winter. 

Das hier dargestellte Material  wurde Anfang März 2006 im Ahrtal nahe Bad Bodendorf (D/RP) an einem westexponierten Hang unter Weinstöcken auf Löß gefunden.Es wächst dort zusammen mit Phascum cuspidatum (var. cuspidatum und  curvisetum), Entosthodon fascicularis u.a. Der niederländische Name des Mooses ist Gewoon wintermos. Bilder von Blättern oder Blattmerkmalen können vom Autor angefordert werden. Bilder der Art finden Sie auch auf der Homepage der Limburgse Bryologische en Lichenologische Werkgroep




Home
Personalia
Impressum

Abbildungen und Text  (c) Norbert Stapper (1999-2013).