Bestimmungshilfe:
Unterscheidung von Punctelia borreri und P. subrudecta anhand mikrokristallisierter Inhaltsstoffe


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Punctelia borreri: Thallusober und -unterseite. Foto: NJStapperDie Bestimmung der beiden makroskopisch ähnlichen Punctelien lässt sich anhand  ihrer charakteristischen Inhaltsstoffe absichern: P. borreri enthält Gyrophorsäure, P. subrudecta (wie P. ulophylla) Lecanor­säure, beide zudem in der Rinde Atranorin (Hale 1964; van Herk & Aptroot 2000; zu P. borreri siehe jedoch Spier 1994). Es wurden kleine Mengen Flechten"gewebe" aus den äußeren ca. 5 mm der Lagerlappen mit Aceton extrahiert, 20 bis 30 µl dieses Extraktes auf einem Objektträger auf kleiner Fläche im Luftstrom bei Raumtemperatur eingedampft und die Inhaltsstoffe in Glyce­rol:Essigsäure-Gemisch (GE; 3:1) suspendiert, dann über der Flamme vorsichtig erhitzt und umkristallisiert (Huneck & Yoshimura"micro-chemical test" 1996). Dieses als "Mikrokristallisation" oder (MCT) bezeichnete Verfahren benötigt nur sehr wenig Material, ist somit kosten­günstig und zudem leicht durchzuführen. Gebräuchlich ist auch der Begriff "Rekristallisation", da die Substanzen aufgelöst werden, um dann in z. B. sauren oder polaren Medien zwischen Objektträger und Deckglas bei Abkühlung wieder auszukristallisieren.

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Fotos: Punctelia borreri, Thallusober und -unterseite
© Norbert Stapper, Monheim, D (2004 - 2010) * Erstfassung: 21. September 2006; Erweiterung und Umsetzung in PDF: 27. Juni 2010.